Der erklärende Text , der mit jedem der vier analysierten Kriterien verbunden ist ( A-Formalismus, B-Materialität, C-Engagement , D-Kommunikation ) gibt die Position des Künstlers in der Kunstgeschichte und erinnert eventuell an die Kunstrichtungen , denen sie sich anschließt , oder an die Namen der Künstler die sich in einer ähnlichen Betrachtungsweise ausgedrückt haben. A : FORMALISMUS Welcher Typ der Formalisierung eines Werkes enthüllt sich beim Betrachten vom ersten Augenblick an? Eher der Abstrakte, eher der Bildliche, etc? (geordnet vom "immateriellsten" zum "realistischsten").A480 : Formen des Realismus Unterschiedliche Weisen, den Realitäten der Welt, einer Sichtweise, zu begegnen: Hyperrealismus Eine über den Realismus hinausgehende, der Phantasie entspringende Darstellung bestimmter Teile der Wirklichkeit. In Frankreich (von J.O. Hucleux bis Gilles Barbier, ...), vor allem aber in den USA, in der Malerei (Richard Estes, Richard Mac Lean) und der Bilhauerei (John de Andrea, Duane Hanson, ..., und jüngst Ron Mueck, William Beckman, ...). A510 : Formen des Realismus Unterschiedliche Weisen, den Realitäten der Welt, einer Sichtweise, zu begegnen: Zur Photographie als Zeuge von oder Arbeit über die Wirklichkeit (von H.C. Bresson bis R. Mapplethorpe oder Bernd und Hilla Becher, ...). Ebenfalls eine Materialwahl als Vorwand für eine ästhetische Arbeit (Anette Messager, Louis Jammes, Philippe Cazal, Pierre et Gilles, ...), oder als Teil einer breiter gefächerten formellen Arbeit (Gemälde und Photos von Peter Klasen; Zeichnungen und Photos von Jean Le Gac, ...).
B : MATERIALITÄT Beim zweiten Kriterium geht es um die Materialität von dem , was zu sehen gegeben ist. Geht es um Konzept pur , um Materienspiele , um entwendete Objekte , usw. (vom "Immaterialischsten" zum "Realsten" kodifiziet)B120 : Immaterialität per Photo (Klassisch oder Digital) jede "Handlung" oder Darstellung davon, sobald sie durch "Feststellungen" auf jeglicher Art Medium sichtbar ist (Cibachrome, Plexi, Papier, ...). Hier auf B120 ; als Feste Bilder (Klassisch oder Digital : J.M.Bustamante, Philippe Ramette, Cindy Sherman). B240 : Materialien oder Objekte in "Assemblagen", Collagen / Decollagen oder "Installationen" Beudetungsträchtige oder bedeutungslose Objekte (wenn nicht gar Rebus der Gesellschaft), die mit einem neuen Grundgedanken zusammengestellt werden: - ästhetisierend, wie im Falle der "Neuen Realisten" (Arman, Spoerri, César, …) ; der "Affichisten" (Jiri Kolar, M. Rotella, R. Hains, ...) - als Parodie, wie es bei den "Simulationisten" der Fall ist (Haïm Steinbach, ...) - in diversen und vielfältigen anderen "Installationen" wie bei bekannten Künstlern (Christian Boltanski, Edward Kienholz, ...) und vor allem bei zahlreichen Künstlern der neueren Generation. B250 : Tautologie Alle Objekte, Materialien, etc...die wieder aufgenommen und einzeln als solche präsentiert werden. Bearbeitete Objekte insbesondere Skulpturen aus Holz, Stein, etc. Aber auch gefundene, recycelte oder bearbeitete Objekte (besonders im Art Brut).
C : ENGAGEMENT In welchem Verhältnis Körper/Geist drückt sich der Künstler in seinem Werk aus?
Geordnet vom "Intellektuellsten" zum "Körperlichsten" , zum Beispiel vom "Conceptual Art" zum "Body Art", ...
C140 : Stärker der Intellektualität/ dem Wesen zugewandt Stärker der Intellektualität/ dem Wesen zugewandt Innere Arbeit, die eher auf das Fantasmatische ausgerichtet ist Fantasmen aller Arten, sowohl sexueller, sozialer, religiöser als auch jeder anderen Natur, solange sie formell beherrscht sind (von Georgia O'Keeffe oder Annette Messager über Clovis Trouille, ...). C180 : Stärker zur Körperlichkeit/ den Sinnen Durch den Ausdruck einer offenbarten Sinnlichkeit, wenn nicht sogar einer bekennenden Sexualität - gleichwohl faktuel ("l'Origine du monde" von Courbet, Lucian Freud, John Kacere, P. Klossowki, David Salle, Gilbert and George, ...), - symbolisch (Paul Armand Gette, Andreas Serrano, ...), - humoristisch (das "cerveau" von Gilles Barbier, der "globe" de Boyd Webb, ...), - oder "realistisch" (manche "Body-Künstler" wie Otto Muehl, die "Installationen" von Paul Mc Carthy, die Videos von Zoran Naskovski, ...), ...
D : KOMMUNIKATION Drückt der Künstler die feste Absicht aus, über seine Werke eine beliebige Botschaft vermitteln zu wollen? (geordnet vom "spirituellsten" zum am ausgesprägtesten "Gesellschaftbezogenen").D115 : über das Signifikat in unterschiedlicher Erzählung und Symbolik Allegorisch, metaphorisch (die Materialien J. Beuys', ...), analytisch (die "Suiten von Fibonacci" von Mario Merz, oder jene Robert Fillious', ...), kritisch (von Henri Cueco bis Hans Haacke oder Guillaume Bijl, ...). D130 : über den Signifikanten Vom Prinzip ausgehend, dass Arbeiten über die Signifikanten in sich einen angenommen Diskurs bergen (als Beispiel: "les châssis" von Daniel Dezeuze, etc., etc., ...). durch die Variationen der Realisierung Serienhaftigkeit, Multiplizierung (Claude Viallat, Niele Toroni, "Figurinen" von Antony Gormley, ...), Akkumulation oder Komprimierung (J. Chamberlain, Arman, César, ...), Subtilitäten und Variabilität der Materialien ("les blancs" von Rober Ryman; die Auflösungen von "Materie/ Leben" bei Roman Opalka oder bei On Kawara ; Gilberto Zorio, ...). MOENS de HASE Joël
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