Der erklärende Text , der mit jedem der vier analysierten Kriterien verbunden ist ( A-Formalismus, B-Materialität, C-Engagement , D-Kommunikation ) gibt die Position des Künstlers in der Kunstgeschichte und erinnert eventuell an die Kunstrichtungen , denen sie sich anschließt , oder an die Namen der Künstler die sich in einer ähnlichen Betrachtungsweise ausgedrückt haben. A : FORMALISMUS Welcher Typ der Formalisierung eines Werkes enthüllt sich beim Betrachten vom ersten Augenblick an? Eher der Abstrakte, eher der Bildliche, etc? (geordnet vom "immateriellsten" zum "realistischsten").A455 : "Neofigurativ" Mehr oder weniger allegorische Figurationen ("Trans Avant Garde", "Bad Painting") J.G. Dokoupil, Julian Schnabel, David Salle, Reiner Fetting, Kenny Scharf, Sandro Chia, Francesco Clemente, Enzo Cucchi, Mimo Paladino, ... A510 : Formen des Realismus Unterschiedliche Weisen, den Realitäten der Welt, einer Sichtweise, zu begegnen: Zur Photographie als Zeuge von oder Arbeit über die Wirklichkeit (von H.C. Bresson bis R. Mapplethorpe oder Bernd und Hilla Becher, ...). Ebenfalls eine Materialwahl als Vorwand für eine ästhetische Arbeit (Anette Messager, Louis Jammes, Philippe Cazal, Pierre et Gilles, ...), oder als Teil einer breiter gefächerten formellen Arbeit (Gemälde und Photos von Peter Klasen; Zeichnungen und Photos von Jean Le Gac, ...). A220 : Abstrakt Abstraktion mit Zeichen Das Gesamtwerk bleibt Abstrakt, beinhaltet aber (oder besteht ausschliesslich aus): die Schriftelemente mit Sinn bilden von den "Lettristen" (Isidore Isou, Maurice Lemaitre, …) bis hin zu den "Konzeptuellen" (Joseph Kossuth, Roman Opalka, …); die Schrift zwischen Formalismus und Kommunikation in reiner Form (Ben, On Kawara, Barbara Kruger, ...).
B : MATERIALITÄT Beim zweiten Kriterium geht es um die Materialität von dem , was zu sehen gegeben ist. Geht es um Konzept pur , um Materienspiele , um entwendete Objekte , usw. (vom "Immaterialischsten" zum "Realsten" kodifiziet)B240 : Materialien oder Objekte in "Assemblagen", Collagen / Decollagen oder "Installationen" Beudetungsträchtige oder bedeutungslose Objekte (wenn nicht gar Rebus der Gesellschaft), die mit einem neuen Grundgedanken zusammengestellt werden: - ästhetisierend, wie im Falle der "Neuen Realisten" (Arman, Spoerri, César, …) ; der "Affichisten" (Jiri Kolar, M. Rotella, R. Hains, ...) - als Parodie, wie es bei den "Simulationisten" der Fall ist (Haïm Steinbach, ...) - in diversen und vielfältigen anderen "Installationen" wie bei bekannten Künstlern (Christian Boltanski, Edward Kienholz, ...) und vor allem bei zahlreichen Künstlern der neueren Generation.
C : ENGAGEMENT In welchem Verhältnis Körper/Geist drückt sich der Künstler in seinem Werk aus?
Geordnet vom "Intellektuellsten" zum "Körperlichsten" , zum Beispiel vom "Conceptual Art" zum "Body Art", ...
C110 : Stärker der Intellektualität/ dem Wesen zugewandt Konzeptualitäten Spezifische Hinterfragungen von Bruce Naumann bis Daniel Buren; das "Kunstsystem" hinterfragt seine eigenen Grundlagen oder seine Geschichte (C.M Mariani, Wim Delvoye, Komar und Melamid, ...).
D : KOMMUNIKATION Drückt der Künstler die feste Absicht aus, über seine Werke eine beliebige Botschaft vermitteln zu wollen? (geordnet vom "spirituellsten" zum am ausgesprägtesten "Gesellschaftbezogenen").D115 : über das Signifikat in unterschiedlicher Erzählung und Symbolik Allegorisch, metaphorisch (die Materialien J. Beuys', ...), analytisch (die "Suiten von Fibonacci" von Mario Merz, oder jene Robert Fillious', ...), kritisch (von Henri Cueco bis Hans Haacke oder Guillaume Bijl, ...). D165 : stärker dem "Gesellschaftlichen" zugeneigt über die "Relationelle Ästhetik" "Installationen" von Rirkrit Tiravanija, Thomas Hirschhorn, Mathieu Laurette, ...). CASBAS Elisa http://www.elisacasbas.com |