Der erklärende Text , der mit jedem der vier analysierten Kriterien verbunden ist ( A-Formalismus, B-Materialität, C-Engagement , D-Kommunikation ) gibt die Position des Künstlers in der Kunstgeschichte und erinnert eventuell an die Kunstrichtungen , denen sie sich anschließt , oder an die Namen der Künstler die sich in einer ähnlichen Betrachtungsweise ausgedrückt haben. A : FORMALISMUS Welcher Typ der Formalisierung eines Werkes enthüllt sich beim Betrachten vom ersten Augenblick an? Eher der Abstrakte, eher der Bildliche, etc? (geordnet vom "immateriellsten" zum "realistischsten").A510 : Formen des Realismus Unterschiedliche Weisen, den Realitäten der Welt, einer Sichtweise, zu begegnen: Zur Photographie als Zeuge von oder Arbeit über die Wirklichkeit (von H.C. Bresson bis R. Mapplethorpe oder Bernd und Hilla Becher, ...). Ebenfalls eine Materialwahl als Vorwand für eine ästhetische Arbeit (Anette Messager, Louis Jammes, Philippe Cazal, Pierre et Gilles, ...), oder als Teil einer breiter gefächerten formellen Arbeit (Gemälde und Photos von Peter Klasen; Zeichnungen und Photos von Jean Le Gac, ...). A240 : Abstraktion mit Allusionen : Einbeziehen von Figuren (oder realen Objekten) ins Abstrakte Mehr oder weniger realistische Figurationen mit mehr oder weniger grosser Gewichtigkeit, aber immer als Detail in einem insgesamt abstrakten Gefüge (Fernand Léger, Jan Voss, Antoni Tàpies, W. De Kooning, die "Combine Paintings" von R.Rauschenberg, ...).
B : MATERIALITÄT Beim zweiten Kriterium geht es um die Materialität von dem , was zu sehen gegeben ist. Geht es um Konzept pur , um Materienspiele , um entwendete Objekte , usw. (vom "Immaterialischsten" zum "Realsten" kodifiziet)B120 : Immaterialität per Photo (Klassisch oder Digital) jede "Handlung" oder Darstellung davon, sobald sie durch "Feststellungen" auf jeglicher Art Medium sichtbar ist (Cibachrome, Plexi, Papier, ...). Hier auf B120 ; als Feste Bilder (Klassisch oder Digital : J.M.Bustamante, Philippe Ramette, Cindy Sherman). B210 : Materialität Strukturiert Vorrang der Materien ihrer Dicke, ihrer Zusammensetzung oder ihrer eher strukturierten architektonischen Ausrichtung (die Art, wie die Materie "aufgebaut" ist) kommt hier die grösste Bedeutung zu (Eugène Leroy, Bertrand Lavier, ...). B200 : Materialität Strukturiert Vorrang der Farben mit ihrer innewohnenden, symbolträchtigen, historischen und sozialen Stärke ("das Blau" von Monory, "das Rot" von G.Fromanger) kommt den Farben hier die grösste Bedeutung zu (Jules Olitsky, Peter Halley, ...).
C : ENGAGEMENT In welchem Verhältnis Körper/Geist drückt sich der Künstler in seinem Werk aus?
Geordnet vom "Intellektuellsten" zum "Körperlichsten" , zum Beispiel vom "Conceptual Art" zum "Body Art", ...
C120 : Stärker der Intellektualität/ dem Wesen zugewandt Stärker der Intellektualität/ dem Wesen zugewandt Innere Arbeit, die eher auf das Projektive ausgerichtet ist : Traumkunst, Poesie, Lyrik, die Erfahrung des halluzinogenen... zur "Projektivierung" einer Innerlichkeit (Henri Michaux, Wols, ...).
D : KOMMUNIKATION Drückt der Künstler die feste Absicht aus, über seine Werke eine beliebige Botschaft vermitteln zu wollen? (geordnet vom "spirituellsten" zum am ausgesprägtesten "Gesellschaftbezogenen").D110 : über das Signifikat mit unterschiedlichen Spiritualitäten, oder weniger ausgeprägter Religiosität (von Barnett Newman bis Mark Rothko, von Roman Opalka bis Arnulf Rainer, ...). D160 : über den Signifikanten Vom Prinzip ausgehend, dass Arbeiten über die Signifikanten in sich einen angenommen Diskurs bergen (als Beispiel: "les châssis" von Daniel Dezeuze, etc., etc., ...). wenn das Werk selbst der Signifikant ist von der "Fountain" Marcel Duchamps über die Schachtel "Merda d’Artiste" von Manzoni oder die "Staubsauger" von Jeff Koons, ... BAUDIER Pierre www.pierre-baudier.com |